03 Mars 2017  |  Édito
Publié dans Oberflächen POLYSURFACES 01/2017

Edito (1/2017)

Mit Kurs auf das sunset-date 2017
Wirtschaftlich gesehen verlief das erste Quartal 2016 relativ positiv. Einigen Unternehmen der Oberflächenbranche gelang es dennoch nicht, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Spürbar nachgelassen haben die Exporte ins europäische Ausland. In der Mitte des vergangenen Jahres zeigten sich die ersten Anzeichen, dass in der Uhrenindustrie bedeutend vorsichtiger agiert werden würde. Wie weit sich dies fortsetzte, zeigte sich deutlich an der Delle des BIP im dritten Quartal 2016.
Besser hingegen verlief die Entwicklung bei unserem grössten Nachbarn. Die guten Besucherzahlen an verschiedenen Fachveranstaltungen, zum Beispiel die Messe Oberfläche und Schichten (O&S) oder auch die ZVO-Oberflächentage, zeigten dies eindrücklich. Selbstverständlich haben auch im Jahr 2016 das Thema REACH und die daraus entstehenden Konsequenzen einen grossen Raum eingenommen. Der Umgang damit hat sich leicht entspannt, nachdem im November bekannt wurde, dass die ECHA der europäischen Kommission Chromtrioxid zur Authorisierung vorschlagen wird. Für den Bereich Hartchrom werden mit grosser Wahrscheinlichkeit sieben Jahre bis zu einer Re-Authorisierung vergehen. Für den Bereich der Konversionsschichten sind vier Jahre vorgesehen.
Glücklicherweise hat die Schweiz hier einen anderen Weg eingeschlagen. Durch den grossen Einsatz der SSO-Arbeitsgruppe REACH, gemeinsam mit Vertretern der zuständigen Bundesbehörden, konnte eine Lösung erarbeitet werden, welche das hohe Schutzniveau in der Schweiz auch weiterhin sichert. Chrom-VI-haltige Verbindungen werden ab Februar 2017 in den Anhang 1.17 der Chemikalienrisikoreduktionsverordnung aufgenommen, eine Autorisierungspflicht für den Bereich Verchromen entfällt aber. Für Prozesse, in deren Endprodukten keine Chrom-VI-Verbindungen verbleiben, gibt es eine entsprechende Ausnahmeregelung, sofern die gültigen Expositionsgrenzwerte am Arbeitsplatz eingehalten werden. Für die davon betroffenen Unternehmen bedeutet dies wesentlich weniger bürokratischen Aufwand und vor allem Planungssicherheit.
Hoffen wir, dass auch bei künftigen Themen dieser pragmatische Ansatz und die gute Zusammenarbeit zwischen den Behörden und der Oberflächenbranche fortgesetzt werden kann.
 
Manfred Beck
Mitglied der Geschäftsleitung
ERNE surface AG


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