19 Novembre 2019  |  Recyclage
Publié dans Oberflächen POLYSURFACES 03/2019

Dreifacher Mehrwert durch Lösemittelrecycling

Sabrina Deininger

Kosteneinsparung, Nachhaltigkeit und Service: Von diesem Dreifachvorteil profitiert die Rosenberger Hochfrequenztechnik, seit sie vor zehn Jahren einen Wandel in der Teilereinigung vollzogen hat. Statt auf Frischware setzt der führende Hersteller von Verbindungslösungen in der Hochfrequenztechnik in seinen Entfettungsanlagen auf hochreine Lösemitteldestillate und spart damit bis zu 40 % an Kosten.

Économie de coûts, durabilité et service: c’est de ce triple avantage que profite la société Rosenberger Hochfrequenztechnik depuis qu’elle a entrepris, il y a dix ans, une mutation dans le nettoyage des pièces. Au lieu de matières premières, ce fabricant leader de solutions d’assemblage en technique haute fréquence mise, dans son installation de dégraissage, sur des distillats de solvants de haute pureté, économisant ainsi jusqu’à 40 % de coûts d’exploitation.

Die Destillate kommen von der Richard Geiss GmbH, die den kompletten Rundumservice übernimmt: Von der Belieferung mit Destillaten über die Entsorgung der Altware bis hin zu regelmässigen Laboranalysen und Schulungen der Mitarbeiter. Dies rechnet sich nicht nur für Rosenberger sondern auch für die Umwelt.
«Bis wir einen Lieferanten wechseln, muss schon viel passieren und beim neuen Geschäftspartner muss dann auch alles einwandfrei passen. Dies war bei der Richard Geiss GmbH der Fall», so Helmut Mühlberger, seit 15 Jahren Abteilungsleiter im Bereich Oberflächentechnik bei der Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG. Als gewachsenes Familienunternehmen setzt man auf langjährige Geschäftsbeziehungen. Vor zehn Jahren wagte das mittelständische Industrieunternehmen einen Wechsel bei der Lösemittelbelieferung: weg von Frischware hin zu hochreinen Destillaten von Geiss. «Mit den Destillaten sparen wir uns bis zu 40% der Kosten im Vergleich zum Frischwarekauf und bekommen bei Geiss, als regionalem Partner, alles aus einer Hand», betont Helmut Mühlberger, der bereits seit 34 Jahren bei Rosenberger arbeitet.
 
In den Entfettungsanlagen bei Rosenberger kommen hochreine recycelte Lösemittel der Richard Geiss GmbH zum Einsatz. (Bilder: Geiss)
 
 
Unterschiedlichste Einsatzgebiete
Die Rosenberger Gruppe, mit Zentrale in Fridolfing (D), beschäftigt weltweit mehr als 11‘000 Mitarbeiter; allein am Stammsitz arbeiten rund 2‘200 Menschen. Auf dem rund 133‘000 m2 grossen Firmengelände werden Steckverbinder für die Hochfrequenztechnik entwickelt, gefertigt, montiert und beschichtet. Mit über 2‘000 Patenten ist das Unternehmen zudem in der Forschung und Entwicklung aktiv. Die Steckverbinder kommen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz: je ein Drittel im Bereich Automotive, in der Kommunikationstechnik und in anderen Bereichen wie Medizin- und Industrieelektronik, Datentechnik oder Luft- und Raumfahrt. Das Unternehmen fertigt unter anderem für die Airbus Group. Auch auf dem Mars, in Robotern verbaut, sind Rosenberger-Steckverbindungen im Einsatz.
Bei solchen Einsatzgebieten sind die Qualitätsanforderungen erwartungsgemäss besonders hoch. Bevor die Teile das Werk in Fridolfing verlassen, müssen sie sorgfältig von Öl und Schmutz gereinigt werden, um dauerhaft und zuverlässig die geforderten elektrischen und mechanischen Werte zu gewährleisten. Dies übernehmen am Stammsitz sechs Entfettungsanlagen von Vapic. Zwischen 120 und 130 Mio. Steckverbinder laufen pro Monat durch die Entfettungsanlagen – von grossen Teilen mit Abmessungen von 20 x 50 x 20 mm bis hin zu Kleinstteilen mit gerade einmal 0,5 x 0,2 x 0,2 mm. Das Lösemittel für die Entfettung kommt von Geiss, die sich auf die fachgerechte Aufbereitung der Altware und die Rückführung der hochreinen Destillate in ein funktionierendes Kreislaufsystem spezialisiert hat.
So bezieht Rosenberger jährlich einige Tonnen des hochreinen Destillats «Geiss Per HS» (Perchlorethylen hochstabilisiert) für die Oberflächenreinigung seiner Teile. Die Versorgung ist so bequem und unkompliziert wie möglich geregelt. «Am Anfang eines Monats werden wir automatisch beliefert. Die Belieferung erfolgt durch eigene Fahrer und Fahrzeuge von Geiss. Sollten wir einmal mehr oder weniger Perchlorethylen benötigen, genügt ein Anruf bei den Ansprechpartnern», bemerkt Helmut Mühlberger, der den guten Kontakt und die kurzen Dienstwege schätzt. Auch die Entsorgung einiger Tonnen Altware jährlich sowie die anschliessende Aufbereitung übernehmen die Recyclingprofis. «Die Altware, die wir von Rosenberger abholen, enthält zwischen 10 und 20% Perchlorethylen. Diesen Lösemittelanteil können wir unendlich oft wieder zu hochreinen Destillaten aufbereiten», erklärt Lech Andrzejewski-Eser, der betreuende Aussendienstmitarbeiter im Bereich Oberflächenreinigung bei Geiss.
 
Dank der Geiss-Destillate kann man sich bei Rosenberger auf einen sehr stabilen Prozess verlassen.
 
 
100% recycelt – 100% Qualität
Die Geiss-Destillate stehen dabei der Frischware in nichts nach. Im Gegenteil: Sie erreichen 100% der Qualität der Originalware bei gleichzeitiger CO2-Einsparung von bis zu 92%. «Wir fertigen unter anderem für die Medizintechnik. Einige unserer Steckverbinder sind zum Beispiel in Herzschrittmachern verbaut. Hier sind die Reinheitsanforderungen extrem hoch. Auch im Bereich Luft- und Raumfahrt haben wir strenge Auflagen. Da müssen wir uns auch auf die hohe Qualität des Lösemittels verlassen können», betont Helmut Mühlberger. Neben Fridolfing beliefert Geiss zwei weitere Rosenberger-Standorte: Radeberg in Sachsen und ein Werk in Ungarn.
Die Entfettungsanlagen bei Rosenberger in Fridolfing werden streng überwacht und engmaschig kontrolliert. Auch hier vertraut das mittelständische Industrieunternehmen auf den Service und das Know-how der Recyclingprofis. Alle drei Monate werden Proben aus den Entfettungsanlagen im Geiss-Labor analysiert. Sollte mit den Lösemittelwerten etwas nicht stimmen, wird Helmut Mühlberger sofort informiert. Er kann dann alle weiteren Massnahmen in die Wege leiten: Mit dem Anlagenhersteller Rücksprache halten und allenfalls auch den Kunden in Kenntnis setzen. «Wir haben einen sehr stabilen Prozess und der Per-Altwarengehalt liegt bei etwa 15%. Genau da wollten wir hin», bemerkt Helmut Mühlberger zufrieden.
 
Zwischen 120 und 130 Mio. Steckverbinder laufen pro Monat durch die Entfettungsanlagen.
 
 
Drei-Stufen-Testkoffer
Die wöchentliche Lösemittelüberwachung und Badpflege nehmen Helmut Mühlberger und sein 17-köpfiges Team mithilfe des Drei-Stufen-Testkoffers und den Stabilisatoren von Geiss selbst in die Hand. Der Testkoffer für Perchlorethylen ist mit allen notwendigen Messgeräten, Testreagenzien sowie einer Arbeitsanleitung für die selbständige Lösemittelüberwachung vor Ort ausgestattet. So können die Mitarbeiter bei kleineren Unregelmässigkeiten schnell selbst nachjustieren. Einmal im Jahr wird Mühlbergers Team von Lech Andrzejewski-Eser im Umgang mit dem Testkoffer und den Stabilisatoren geschult.
 
Helmut Mühlberger, Abteilungsleiter im Bereich Oberflächentechnik bei Rosenberger, entnimmt regelmässig Proben aus den Entfettungsanlagen, die anschliessend im Labor von Geiss analysiert werden.
 
 
Ein Plus an Nachhaltigkeit
«Gerade auch in Bezug auf Circular Economy und Nachhaltigkeit ist der Wechsel zu den recycelten Lösemitteln von Geiss ein wichtiger Schritt für uns gewesen. Der Schutz der Umwelt ist fest in unserer Firmenphilosophie verankert», erklärt Helmut Mühlberger. Vor allem will das mittelständische Industrieunternehmen den unnötigen Verbrauch von notwendigen Rohmaterialien reduzieren. Diesem Ziel trägt die Umstellung auf Destillate von Geiss Rechnung. Denn die Lösemitteldestillate lassen sich unendlich neu aufbereiten, was den Bedarf an neuproduzierten Lösemitteln senkt. Die Kreislaufwirtschaft wirkt sich zudem positiv auf die CO2-Bilanz aus: Wenn Industrieunternehmen auf Frischware verzichten und stattdessen auf recycelte Lösemittel setzen, spart dies je nach Produkt zwischen 46 und 92% an CO2-Emissionen ein. Bei Perchlorethylen erreichen wir sogar diese 92%. Das bestätigt die Studie «Carbon Footprints of Recycled Solvents».
 
 
In Kürze
Die Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG, ein mittelständisches Industrieunternehmen in Familienbesitz, wurde 1958 gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Anbietern von standardisierten und kundenspezifischen Verbindungslösungen in Hochfrequenz-, Hochvolt- und Fiberoptiktechnik. Namhafte Hightech-Unternehmen in Mobil- und Telekommunikation, Datentechnik, Medizin- und Industrieelektronik, industrieller Messtechnik, Luft- und Raumfahrt oder der Automobilelektronik setzen auf die Präzision und Qualität der Produkte. Das Unternehmen ist zertifiziert nach IATF 16949:2016, DIN EN 9100, ISO 9001 und ISO 14001.
Im Stammwerk in Fridolfing/Tittmoning (Oberbayern) sind rund 2‘200 Mitarbeiter tätig. Die Rosenberger-Gruppe mit rund 11‘000 Beschäftigten verfügt über weitere Fertigungs- und Montagestandorte sowie Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika für Entwicklung, Herstellung und Verkauf der Produkte.
www.rosenberger.com
 
In Kürze
Die Richard Geiss GmbH ist einer der europaweit führenden Spezialisten im Bereich der Lösemittelrückgewinnung mit Sitz in Offingen (D). Sie aus Lösemittelabfällen hochreine Destillate durch destillative Aufarbeitung. Das Unternehmen liefert Lösemittel in die industrielle Oberflächenreinigung, in die Textilreinigung sowie in die chemische und pharmazeutische Industrie. Die Lohnentfettung rundet das Leistungsspektrum als viertes Geschäftsfeld ab.
Das Unternehmen beschäftigt rund 110 Mitarbeiter. Es hat eine genehmigte Aufbereitungskapazität von 50‘000 t Lösemittel pro Jahr, die zu hochreinen Destillaten aufbereitet werden und ist nach ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001 sowie als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert. Das Familienunternehmen wurde 1959 von Richard Geiss gegründet. Heute führen es Bastian Geiss und seine Schwester Nathalie Geiss-Zinner in dritter Generation.
 
 
Richard Geiss GmbH
D-89362 Offingen
parts2clean, Stuttgart: Halle 7, Stand C52
 
CH-Vertretung:
Thommen-Furler AG
Industriestrasse 10
3295 Rüti b. Büren
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Fax 032 352 08 08
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www.thommen-furler.ch


20 Août 2019  |  Recyclage

Recycler les eaux de décapage

La production des machines en acier inoxydable mécanosoudé chez Vendée Concept génère des déchets liquides; il s’agit des eaux de rinçage issues du décapage et de la passivation des pièces en acier inoxydable. Ces eaux étaient traitées in situ par une station de traitement physico-chimique. Dans une démarche environnementale responsable, cette entreprise a décidé de s’équiper d’un évaporateur sous vide H2O.
27 Août 2019  |  Recyclage

Edle Metalle aus Elektronikschrott

Les déchets électroniques contiennent des ressources telles que le néodyme, l’indium et l’or. Qu’advient-il des matériaux précieux? Et quelle quantité de métal rare renferment les téléphones mobiles, les ordinateurs et les écrans qui sont encore utilisés aujourd’hui? Des chercheurs de l’Empa se sont penchés sur ces questions.
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