11 Septembre 2015  |  Mosaïque
Publié dans Oberflächen POLYSURFACES 04/2015

Jährliches Update im Gefahrgutrecht – in Theorie und Praxis

Der Gefahrguttag Schweiz, organisiert von Swiss TS und GeFaSuisse, ist längst zu einem fixen Termin im Kalender der Gefahrgutbeauftragten geworden. Denn die Materie ist komplex, das Regelwerk umfassend, und die Neuerungen folgen im Zweijahresrhythmus. Die Teilnahme am Gefahrguttag hilft, den Überblick zu bewahren und die wesentlichen Änderungen mitzuverfolgen. So war auch der bereits zum 17. Mal stattfindende Anlass, der am 10. Juni in EuroAirport Basel stattfand, wieder gut besetzt.
Nach dem Grusswort des neuen Präsidenten der GeFaSuisse, Gallus Bürgisser, der bei der Astag als Vizedirektor für Bildung, Technik und Sicherheit zuständig ist, ging es gleich los mit dem ersten Block der Fachmodule. In diesen werden Teilbereiche vertieft behandelt oder es finden praktische Übungen statt, in denen die Gefahrgutbeauftragten ihr Wissen anwenden können. So wurde in einem der Module ein Kapitel aus dem Regelwerk des ADR – die Vorschriften für die Be- und Entladung und die Handhabung – genau durchleuchtet. Dabei wurde auch auf Schwierigkeiten hingewiesen, die sich aus dem Regelwerk selber ergeben. So darf ein Empfänger eine Lieferung nicht entladen, wenn er Verstösse gegen die Sicherheit oder die Sicherung bei der Entladung ortet. Konkret bedeutet dies aber, dass er den Spediteur mit der ungesicherten Ladung wieder auf die Strasse schicken müsste. Die Teilnehmer des Fachmoduls diskutierten rege, wie in einem solchen Fall am besten vorzugehen wäre, und tauschten damit auch ihr Wissen untereinander aus. Daneben wurden Fragen des Zusammenladeverbots, der Mengenbeschränkungen, der Ladungssicherung oder Stapelvorschriften behandelt, die alle zu beachten sind. Wie wenig es braucht, um einen Einsatz mit fünfzehn Feuerwehrleuten auszulösen, illustrierte dabei der Fall eines zu wenig gegen Verrutschen gesicherten Säuretransports, bei dem ein Kanister verletzt wurde und dabei auslief.
In zwei weiteren Fachmodulen konnte ein Gefahrgut-Parcours absolviert werden, bei dem an verschiedenen Posten knifflige Fragen zur Anwendung des Gefahrgutrechts zu beantworten waren. Diese in unmittelbarer Praxisnähe angesiedelten Module erfreuen sich Jahr für Jahr einer grossen Beliebtheit. Die weiteren Fachmodule behandelten die seit dem 1. Januar 2015 gültigen Neuerungen beim Transport auf Schiene, Strasse und per Hochseeschiff sowie beim Transport von Lithium-Batterien und Elektroaltgeräten. Die Verbreitung von Lithium-Batterien hat über die letzten Jahre sprunghaft zugenommen, denn ihre Vorteile sind gross. Sie bieten eine hohe Energiedichte und Zellspannung, lassen sich gut lagern und sind recht temperaturunempfindlich. Doch haben sie auch ihre Schattenseiten. Bei Defekten oder bei unsachgemässer Behandlung können sie ihre Energie schlagartig freisetzen. Dabei können gefährliche Stichflammen oder Schwelbrände entstehen. Das Regelwerk versucht, mit den laufenden Produktentwicklungen Schritt zu halten, macht es den Abgebern, Sammelstellen sowie den Transporteuren aber nicht immer leicht. Für das Verpacken, Kennzeichnen sowie den eigentlichen Transport stehen verschiedene Sonder- sowie Verpackungsvorschriften zur Auswahl. In der täglichen Praxis ist es für den Konsumenten mit vertretbarem Aufwand kaum möglich, herauszufinden, um welche Art Batterie es sich handelt und ob diese noch intakt ist oder nicht. Das Fachmodul vermittelte eine kompakte Übersicht über die Materie und damit eine Anleitung für den korrekten Umgang mit solchen Batterien. Aber auch Lösungen für eine künftige rechtskonforme Klassifizierung von Mischungen aus Lithium-Metall- und Lithium-Ionen-Batterien wurden vorgeschlagen und diskutiert.
Im diesjährigen Plenarvortrag erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in den aktuellen Stand der Diskussionen zum Thema «Telematik». Wie in internationalen Gremien üblich, vertreten einzelne Mitglieder unterschiedliche Standpunkte. Während Frankreich auf die Überwachung von Gefahrguttransporten setzt, plädiert Deutschland für den Einsatz elektronischer Beförderungspapiere. Davon verspricht man sich kürzere Reaktionszeiten der Einsatzkräfte und damit geringere Schadensausmasse. Die Hürden auf dem Weg zum Ersatz solcher Transportpapiere sind aber hoch. Datenschützerische Bedenken sind das eine, doch vor allem die Uneinigkeit der involvierten europäischen Staaten über das konkrete Vorgehen bremst den Prozess der Einführung und damit den Fortschritt. Deutschland ist jedoch dabei, eine nationale Lösung zu erarbeiten, die später allenfalls auch international anwendbar wäre. Bis es so weit ist, werden aber noch viele Jahre vergehen. Bis dahin stehen noch mehrmals Neuerungen und Änderungen der Gefahrgutregelwerke an. Darüber wird der 18. Gefahrguttag informieren, und zwar am 8. Juni 2016.
Autor: Franco Brunner
 
 
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