01 Janvier 2019  |  Technique de sécurité
Publié dans Oberflächen POLYSURFACES 03/2018

Der Gefahrguttag – für den alljährlichen Überblick

Martin Grether und Ralf Mengwasser

Die Nachfrage nach professioneller und praxisorientierter Aus- und Weiterbildung im Bereich der komplexen Gefahrgutbestimmungen ist auch nach zwanzig Jahren ungebrochen. Die zeigte sich auch am abwechslungsreich gestalteten und informativen 20. Gefahrguttag Schweiz, der am 13. Juni 2018 im EuroAirport Basel stattfand.

La demande de formation et formation continue professionnelles, axées sur la pratique, dans le domaine des prescriptions toujours plus complexes relatives aux matières dangereuses, est toujours aussi importante depuis une vingtaine d’années. On l’a également constaté lors du 20e congrès sur les matières dangereuses, qui s’est tenu le 13 juin 2018 à l’aéroport international de Bâle-Mulhouse-Fribourg.

Nachdem letztes Jahr das Regelwerk ADR ein Jubiläum feierte, war es dieses Jahr am Gefahrguttag Schweiz, einen runden Geburtstag zu begehen: So fand er zum 20. Mal statt und belegte nicht zuletzt damit seine ungebrochene Attraktivität für Verantwortliche im Gefahrgutbereich. Die Teilnehmenden erhielten auch dieses Jahr den bereits gewohnten, umfassenden Überblick über den aktuellen und kommenden Stand der Regelwerke sowie Einblick in spezielle Bereiche des Gefahrguttransports.
 
Die Folgen einer mangelnden Ladungssicherung von Gasflaschen. (Bild: Franz Meier im Auftrag von Swiss Safety Center)
 
 
Neuerungen, Änderungen und aufgehobene Übergangsregelungen
Alle zwei Jahre treten Neuerungen und Änderungen des SDR/ADR in Kraft, so auch wieder auf Beginn des Jahres 2019. Beat Schmied vom Bundesamt für Strassen präsentierte die wichtigsten davon in einem übersichtlich nach Themen gegliederten Vortrag. Dass auch wiederum Lithiumbatterien von Änderungen betroffen sind, erstaunt niemanden, verläuft deren Entwicklung doch immer noch derart rasant, dass die Regelwerke zwangsläufig in kürzesten Abständen darauf reagieren müssen. Neben den weiteren Neuerungen sind aber auch Übergangsregelungen zu beachten, die per 1. Januar 2019 aufgehoben werden. Den Teilnehmenden wurden die wichtigsten Änderungen und Neuerungen trotz ihrer Vielzahl in kurzer Zeit, verständlich und in einem lebhaften Vortrag vermittelt.
Der zweite Redner fesselte das Publikum gleich von Beginn weg mit einem kurzen Film, der zeigte, welche dramatischen Folgen es haben kann, wenn ein Lieferwagen schlecht gesicherte Gasflaschen unterwegs verliert. Sie können jedoch nicht nur während des Transports gefährlich sein, auch ihre Lagerung kann nach erstmaligem Gebrauch Gefahren bergen. Jack Winteler vom Swiss Safety Center erläuterte die Prüfungsmethoden und -intervalle von nachfüllbaren Gasflaschen und belegte anhand von Exponaten mit unterschiedlichen Schadenbildern die Wichtigkeit solcher Prüfungen überaus anschaulich.
 
Luft- und Seefracht mit Gefahrgut
Fabrizio Simona (Schweizerische Post) und Rosanna Cataldo (Bundesamt für Zivilluftfahrt) informierten über die Restriktionen und die Sicherheitsmassnahmen bei Gefahrgutsendungen per Luftfracht. Da die Post nur innerhalb der Landesgrenzen tätig ist, kann sie bei grenzüberschreitenden Lieferungen keine Gewähr für die ganze Transportkette übernehmen. Daher befördert die Schweizerische Post nur bestimmte Gefahrgüter, die in der Dangerous Goods Regulation klar definiert sind. Dies führt bei Kunden immer wieder zu Unverständnis und bei der Post zu einem intensiven Schulungsaufwand. Der dazu betriebene Aufwand ist sehr gross, angesichts des Risikopotenzials aber gerechtfertigt.
Ganz anders präsentiert sich die Lage für die Hapag-Lloyd, die Gefahrgut weltweit und in grossen Mengen per Seefracht spediert. Ken Rohlmann, Senior Director Dangerous Goods bei Hapag-Lloyd, betonte mehrfach, die grösste Herausforderung bestehe darin, dass Gefahrgut oft nicht als solches deklariert sei. Korrekt ausgewiesenes Gefahrgut sei unter Einhaltung der nationalen Richtlinien und der firmeninternen Regeln dagegen problemlos verschiffbar. Angesichts von rund 7000 Häfen mit eigenen Regeln sowie unzähligen nationalen Vorschriften wird es bei den Frachtpapieren aber schnell kompliziert, wenn ein Frachter mehrere Häfen nacheinander anläuft. Dazu kommt die sehr komplexe Stauplanung, die dafür sorgt, dass die Container bezüglich der IMDG-Vorschriften, der Lade- und Entladereihenfolge sowie der Krängungsbewegungen des Schiffs vorschriftsgemäss und optimal platziert werden. So werden bei Hapag-Lloyd Gefahrgutcontainer nur an ausgesuchten Positionen, die sicher geschützt sind, transportiert. Denn Kapitäne scheuen nichts mehr als Feuer an Bord. Es wird alles unternommen, um undeklariertes Gefahrgut aufzuspüren, bevor es unerkannt an Bord kommt.
 
Bewährte und neue Fachmodule
Am Nachmittag standen den Teilnehmenden wiederum verschiedene Fachmodule zur Auswahl, in denen in kleineren Gruppen spezifisches Wissen vermittelt wurde. Wie in früheren Jahren galt es einen Gefahrgut-Parcours zu absolvieren, an dessen Posten Fach- und Praxiswissen gefragt war. Einen spielerischen Ansatz verfolgte das interaktive Gefahrgutquiz, bei dem einfache und komplexere Fragen innert einem Zeitlimit zu beantworten waren. Die Teilnehmenden erhielten sofort eine anonyme Auswertung der Antworten.
Ein weiteres Modul informierte über die von Hapag-Lloyd zusammen mit IBM entwickelte Software, die undeklariertes Gefahrgut aufspürt. Dazu werden die Frachtpapiere gescannt und nach einer umfangreichen Liste von Begriffen sowie nach merkwürdigen Kombinationen abgesucht. Das System meldet derzeit täglich rund 1200 verdächtige Frachtbuchungen mit manipulierten Dokumenten oder Fotos, die fast alle aus denselben drei Weltregionen stammen. Der Transport von Gefahrgut ist aufwändiger und daher teurer als jener anderer Güter, so dass die Verlockung leider gross ist, auf Kosten der Sicherheit Geld zu sparen.
Auf grosses Interesse stossen immer wieder die Freistellungen im Gefahrgutrecht. So besuchten viele Teilnehmende dieses Fachmodul, um sich über die wegfallenden Freistellungen für Gefahrgut in Maschinen und die korrekte Anwendung der vielen unterschiedlichen Freistellungen zu informieren.
 
In Kürze
Das Swiss Safety Center (ehemals Swiss TS, IWT und Swissi) und GeFaSuisse führen jährlich den Gefahrguttag Schweiz durch, an dem sie in kompakter Form über die Neuerungen in den europäischen Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (ADR) und der Bahn (RID) informieren. Diese Regelwerke werden alle zwei Jahre überarbeitet, damit sie mit den laufenden Entwicklungen oder neuen, zum Gefahrgut zählenden Produkten Schritt halten können, und erfahren daher laufend Änderungen.
Der Gefahrguttag Schweiz vermittelt darüber hinaus auch spezifisches Wissen zum Transport auf Binnengewässern oder in der Luft und ergänzt mit Referaten zu verwandten Themen sowie mit Fachmodulen und praktischen Übungen oder Besichtigungen den theoretischen Teil. Die nächste Gelegenheit für Gefahrgutbeauftragte, Vollzugsbeamte, Spediteure oder Hersteller von Gefahrgut sich so umfassend zu informieren, bietet der 21. Gefahrguttag Schweiz vom 22. Mai 2019.
Weitere Informationen: www.gefahrguttag.ch
 
 
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22 Mai 2018  |  Technique de sécurité

Etablierte Tagung in innovativem Gewand

Un nouveau site de rencontre, de nouvelles perspectives sur le droit des matières dangereuses et une nouvelle voie pour dispenser des connaissances techniques en petits groupes. La journée des matières dangereuses du 14 juin dernier fut très variée. Elle a montré, une fois de plus, qu’il vaut la peine d’y participer.
27 Décembre 2016  |  Technique de sécurité

Im Dienste der Sicherheit

Il n’est pas toujours facile de s’y retrouver dans la nébuleuse des règlements européens concernant le transport des matières dangereuses, d’autant plus que ceux-ci sont révisés tous les deux ans. La Journée des produits dangereux, qui est devenue depuis longtemps une institution, apporte une aide précieuse. Aussi la 18e Journée suisse des produits dangereux, qui s’est déroulée le 8 juin 2016 à l’EuroAirport de Bâle, a-t-elle eu un grand succès.
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