17 Juillet 2018  |  Développement de peinture
Publié dans Oberflächen POLYSURFACES 01/2018

Lackentwicklung für RIM-Technologie forcieren

Um die Entwicklung von RIM-Lacklösungen für bestehende und neue Anwendungen und Märkte zu forcieren, investierte ein Lackhersteller in eine zusätzliche RIM-Hochdruckanlage. Es lassen sich damit sogar 4K-Anwendungen darstellen. Darüber hinaus ermöglicht sie Versuche im Automatik- und freien Verguss, bei denen selbst kleinste Mengen an Farbe, unterschiedlichen Polyolen oder Additiven zudosiert werden können.

Afin d’accélérer le développement de systèmes de laques RIM pour de nouvelles applications et de nouveaux marchés, un fabricant de laques investit dans une installation haute pression RIM supplémentaire. Il est ainsi possible de représenter des applications au format 4K. Par ailleurs, cette installation permet d’effectuer des essais en enrobage libre et automatique, au cours desquels même de très petites quantités de couleurs, de différents polyols ou additifs peuvent être dosées.

Mit der Reaction Injection Moulding-(RIM-)Technologie lassen sich Kunststoff- und Compositebauteile während des Spritzgiessprozesses im One-Shot-Verfahren hochwertig und besonders wirtschaftlich beschichten. Sie wird derzeit hauptsächlich von der Automobilindustrie für die Herstellung von Interieur- und Exterieur-Serienteilen genutzt wird.
Die Votteler Lackfabrik zählt zu den Innovationstreibern für RIM-Lacke. Diese Position unterstreicht das Unternehmen durch den Ausbau seines Technikums mit einer neuen RIM-Hochdruckanlage für die schnellere und individuellere Entwicklung anwendungsspezifischer, lösemittelfreier Puriflow-Lacke auf Polyurethanbasis.
 
Die neue RIM-Hochdruckbeschichtungsanlage für unterschiedliche Giess- und Sprühanwendungen sowie den freien Verguss eröffnet bei der Weiterentwicklung der RIM-Technologie völlig neue Möglichkeiten. (Bild: Votteler Lackfabrik)
 
 
Eine Besonderheit des speziell für Votteler konzipierten Beschichtungssystems ist der Mischkopf für vier Komponenten. Er ermöglicht, neben den beiden Lack-Grundbestandteilen – transparentes Polyol und Isocyanat – zwei weitere Komponenten zuzudosieren, und dies in kleinsten Mengen. Die Gestaltungsfreiheit der RIM-Technologie erhält dadurch einen deutlichen Schub.
So können die Oberflächen der spritzgegossenen Bauteile nicht mehr nur transparent, sondern auch in uni und/oder metallic mit eindrucksvollem Tiefeneffekt coloriert, als Beschichtung mit Ledernarbung oder Textileffekt hergestellt werden. Ebenso ist es möglich, mit unterschiedlichen Polyolen beziehungsweise Polyol-Mischungen zu arbeiten. Dadurch lässt sich mit einem entsprechenden Werkzeug in einem Arbeitsgang ein Bauteil herstellen, dessen Oberfläche beispielsweise in definierten Bereichen hochglänzend und in anderen mit Soft-Touch oder strukturiert beziehungsweise farbig beschichtet ist. Eine weitere Option stellt die Zudosierung von Additiven dar, etwa für eine optimierte Entformung oder spezielle Oberflächeneigenschaften. Diese hohe Flexibilität beschleunigt die Lackentwicklung nicht nur, sondern ermöglicht völlig neue Beschichtungslösungen und trägt dazu bei, die Produktivität in der Serienfertigung zu erhöhen.
Die RIM-Beschichtungsanlage ist für unterschiedliche Giess- und Sprühanwendungen ausgelegt. Darüber hinaus kann sie für die Verarbeitung der Lacke im freien Verguss in offene und geschlossene Formen eingesetzt werden. Dadurch werden ebenfalls neue Anwendungsfelder für die RIM-Technologie erschlossen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Glasscheiben ohne störenden Steg in Schienen integrieren. Ein weiteres spezifisches Merkmal der Anlage ist, dass Versuche mit Temperaturen bis 120 °C durchführbar sind. Einerseits kann dadurch bei der Lackentwicklung mit hochviskosen Materialien gearbeitet werden. Andererseits lassen sich die Grenzen der neu entwickelten Lacke, die in der Serienproduktion üblicherweise bei maximal 90 °C verarbeitet werden, hinsichtlich ihrer Temperaturstabilität austesten.
Die Hochdruckanlage ist mit einem 1200 x 1100 mm grossen Werkzeugträger ausgestattet. Dadurch lassen sich Tests mit entsprechend grossen Kundenwerkzeugen durchführen.
 
Votteler Lackfabrik GmbH & CO. KG
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